89 Prozent Zustimmung für den Landrat

Erstellt: 17. Mai 2011, 00:00 Uhr
89 Prozent Zustimmung für den Landrat Ein glücklicher Landrat Karl Röckinger (li.) mit seinem Stellvertreter Wolfgang Herz (Mitte) sowie dem Sitzungsleiter und Kreisrat Jürgen Kurz. Foto: Franz

Kreistag bestätigt Karl Röckinger als Verwaltungschef des Enzkreises.

Mit 47 von 53 möglichen Stimmen hat der Kreistag am Montag Karl Röckinger in seinem Amt als Landrat des Enzkreises bestätigt. Der 61-Jährige, der in Mühlacker aufgewachsen ist, stand als Einziger zur Wahl.

Von Gerhard Franz

Enzkreis. Knapp 89 Prozent der anwesenden Kreisräte – drei waren entschuldigt –  sprachen sich für eine weitere Amtszeit Röckingers aus, die aus Altersgründen keine volle acht Jahre dauern, sondern spätestens an seinem 68. Geburtstag im Januar 2018 enden wird. Feierlich verpflichtet wird Röckinger am 18. Juli.

 „Ich werte das gute Wahlergebnis als Auftrag und Vertrauensbeweis“, sagte der Vater von sechs Kindern, der sich nach 24 Jahren als Sozialdezernent 2003 um die Nachfolge von Werner Burckhart beworben und sich im dritten Wahlgang gegen zwei Konkurrenten durchgesetzt hatte.

 Acht Jahre später gab es keinen ernsthaften Herausforderer. Zwei Gegenkandidaten aus der Region war bereits im Vorfeld, weil ihnen die Qualifikation fehle, die Zulassung zur Wahl verweigert worden.

 Vor der geheimen Abstimmung, zu der die 53 Kreisräte namentlich aufgerufen wurden, hatte Röckinger in seiner „Bewerbungsrede“ auf die Erfolge seiner bisherigen acht Jahre verwiesen und die Schwerpunkte der künftigen Arbeit formuliert. Er wolle dem Kreistag, dem Team des Landratsamtes, den Städten und Gemeinden, der Wirtschaft und allen Einwohnern seine „tatkräftige und motivierte Arbeit auch die nächsten Jahre anbieten“, wie er sagte.

 Auch in der Zukunft, so Röckinger, warteten „Herausforderungen auf vielen Feldern“. Sein Ziel sei, im Sinne der Städte und Gemeinden weiterhin eine niedrige Kreisumlage zu gewährleisten, sicherte Röckinger zu. 2009 und 2010 sei der Enzkreis landesweit mit der geringsten Umlage ausgekommen, in diesem Jahr liege er auf Platz drei. Außerdem habe der Enzkreis unter seiner Führung die Verschuldung von 50 auf 20 Millionen Euro gesenkt: „Diesen Kurs einer nachhaltigen Finanzpolitik möchte ich entschlossen weiterführen.“

„Ich freue mich, dass mir der
Kreistag so deutlich
den Rücken gestärkt hat“

Karl Röckinger Als weitere Erfolge, an denen viele andere mitgewirkt hätten, nannte der Landrat den Übergang der Enzkreiskliniken in eine Holding, eine fortschrittliche Abfallwirtschaft und bauliche und organisatorische Verbesserungen an den Schulen des Enzkreises. Gut bewältigt worden sei auch die Verwaltungsstrukturreform. Als einzige Kreisverwaltung sei die des Enzkreises mit dem Innovationspreis des Landes ausgezeichnet worden, erinnerte Röckinger, der die erfolgreiche Eingliederung behinderter Jugendlicher ins Berufsleben als weitere Stärke des Landkreises hervorhob.

 Als eine wichtige und richtige Weichenstellung bezeichnete es der alte und neue Landrat, dass der Enzkreis und die Stadt Pforzheim als so genannte Optionskommunen künftig alleinverantwortlich für die Betreuung der Hartz-IV-Empfänger zuständig seien, wobei der Kreis und die Kommune unter einem gemeinsamen Dach in Pforzheim ein „Jobcenter für Pforzheim und den Enzkreis“ betreiben wollen. Röckinger machte deutlich: „Gerade langzeitarbeitslose Menschen benötigen besonders intensive Hilfe.“

 Einen bedeutenden Aspekt seiner künftigen Arbeit sieht der Amtsinhaber in der Bildungspolitik, die den Eltern eine Palette an „maßgeschneiderten Lösungen“ zur Auswahl anbieten müsse. Bei der Tagesbetreuung von Kindern sei der Enzkreis auf einem guten Weg, und mit neuen Angeboten wie dem beruflichen Gymnasium in Mühlacker biete der Enzkreis ein attraktives Bildungsangebot. Davon profitierten die jungen Menschen und die örtlichen Betriebe.

 Für eine Verbesserung der Infrastruktur spiele der Ausbau der Breitbandversorgung eine große Rolle. Hier seien insbesondere die Kommunen selbst gefordert. Ziel sei außerdem, den öffentlichen Personennahverkehr auf der Schiene weiter auszubauen und gezielt zu fördern.

 Der alte und neue Landrat Karl Röckinger: „Ich freue mich sehr, dass mir der Kreistag für meine neue Amtszeit so deutlich den Rücken gestärkt hat. Ich möchte nun auf das aufbauen, was gemeinsam mit dem Kreistag, der Verwaltung und den Gemeinden in den vergangenen Jahren für den Kreis, seine Einwohner und Betriebe geleistet und entwickelt wurde.“

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