72 Feuerwehrleute bekämpfen Brand

Erstellt: 30. Juni 2006, 00:00 Uhr
72 Feuerwehrleute bekämpfen Brand In dieser Halle ist das Feuer in einer Trockenanlage ausgebrochen. Wehren aus den Mühlacker Stadtteilen, Illingen und Schützingen sind im Einsatz. Foto: Sadler

Feuer in Halle der Mühlacker Ziegelwerke – Zwei Personen leicht verletzt – DRK mit rund 20 Rettern im Einsatz

Mühlacker – Donnerstagmorgen, acht Minuten nach neun. Um diese Zeit ist in einer Halle der Ziegelwerke ein Brand ausgebrochen, der die Feuerwehr für Stunden in Atem gehalten hat. Die Ursache ist noch unklar. Hinweise auf Brandstiftung gibt es bislang nicht.

VON THOMAS SADLER

Ein riesiger Rauchpilz wabert über Mühlacker. Die betroffene Halle und ein Teil des Geländes der Firma Koramic Dachprodukte sind in Qualm eingehüllt. Ein Löschfahrzeug nach dem anderen fährt vor. Sanitäter treffen ein, Polizisten vom Revier Mühlacker – zehn an der Zahl – sind vor Ort. Die Feuerwehrmänner sondieren die Lage, verschaffen sich einen Überblick. Schläuche werden ausgerollt. Wechselnde Teams mit Atemschutz machen sich bereit. Eine Drehleiter wird ausgefahren.
 Diese Szenen spielen sich am Donners–tagvormittag auf dem Areal der Ziegelwerke ab.

 Die Mühlacker Feuerwehr unter Leitung des stellvertretenden Kommandanten Hermann Schäfer ist mit sämtlichen Abteilungen – Mühlacker, Enzberg, Mühlhausen, Großglattbach und Lienzingen – ausgerückt. Hinzu kommen Floriansjünger der Wehren aus Illingen und Schützingen. 72 Mann und 15 Fahrzeuge, sagt Schäfer später in einer halbwegs ruhigen Minute, seien im Einsatz gewesen. Ebenfalls vor Ort: Martin Rühle, der diensthabende Kreisbrandmeister. „Keine giftigen Chemikalien“, seien ins Freie gedrungen, meint er.

 Bürgermeister Hans-Jürgen Pisch, der sich zusammen mit Ordnungsamtsleiter Peter Laible an der Stätte des Unglücks ein Bild vom Ausmaß des Schadens macht, bestätigt dies. Dennoch veranlasst die Stadtverwaltung die Polizei, die in der Ulmer Schanz beheimateten Anwohner zu warnen und dazu aufzurufen, vorsichtshalber Fenster und Türen zu schließen.

 Ausgebrochen ist das Feuer in einer Halle, in der mittels Warmluft Ziegel getrocknet werden. Verbrannt seien in erster Linie „Holzrähmchen“, auf denen die Ziegel abgelegt werden, berichtet der stellvertretende Werksleiter des Unternehmens dem MT. Vom Feuer betroffen seien glücklicherweise lediglich „ein kleiner Teil der Halle“ und das Dach. Der stellvertretende Feuerwehrkommandant Schäfer sagt am Donnerstagnachmittag dann, vier Trockenkammern seien durch die Flammen, von denen außen so gut wie nichts zu sehen gewesen ist, zerstört worden. Den Schaden am Gebäude, dessen Außenwand durch das Feuer eine Verformung aufweist, schätzt er auf ungefähr 40000 Euro. Hinzu kommt der Schaden an der Trockenanlage selbst.
 Das DRK ist mit 19 Helfern des Bereitschaftsdienstes Mühlacker und des Rettungsdienstes Pforzheim sowie mehreren Fahrzeugen eingesetzt. Viel bekommen die Sanitäter zum Glück nicht zu tun. Allerdings müssen ein Beschäftigter der Firma und ein Feuerwehrmann, die leichte Blessuren erlitten haben, verarztet werden.
 Die Feuerwehr arbeitet pausenlos weiter. Zwischendurch Lagebesprechungen, Anweisungen über Funk. Ein Polizeihubschrauber kreist über dem Betriebsgelände, um mit einer Wärmebildkamera Aufnahmen zu machen und so anhand der verschiedenen Temperaturzonen festzustellen, wo als Nächstes ein Feuer ausbrechen könnte.

 Seit etwa 13.30 Uhr, so Martin Rühles Mitteilung am frühen Nachmittag, sei die Situation unter Kontrolle. Was nicht heißt, dass die erschöpften und durchgeschwitzten Mitglieder der Feuerwehren bereits Feierabend hätten. „Bis 16 Uhr“, hat Vize-Kommandant Schäfer circa eine Stunde vorher vermutet, würden die Arbeiten wohl noch laufen. Es gibt noch Brandnester auszumerzen.

 Die Ursache ist bis Redaktionsschluss unklar. „Es gibt keine Hinweise auf Brandstiftung“, sagt Rüdiger Schroth von der Polizeidirektion Pforzheim unserer Zeitung. Am heutigen Freitag wird die Kriminalpolizei ihre Ermittlungen nach dem Auslöser des Feuers aufnehmen.
 Bürgermeister Pisch zeigt Mitgefühl für die Ziegelwerke, deren Produktion am Donnerstag still gestanden hat. Heute soll es, wenn möglich, wieder weitergehen.

Weiterlesen
Kritik: Ferientage stören Lernrhythmus

Kritik: Ferientage stören Lernrhythmus

Drei Wochen nach Schulbeginn steht den Schulen im Raum Mühlacker eine Zwei-Tage-Woche bevorMühlacker/Enzkreis – Aus Sicht der Schüler kann es gar nicht genug Ferien geben. Doch Elternverbände im Land üben… »