4500 Meter Seil für den Kletterpark

Erstellt: 29. April 2011, 00:00 Uhr
4500 Meter Seil für den Kletterpark Martin und Stephan Coenen (re.) sind vollauf beschäftigt mit den Aufbauarbeiten für den Illinger Kletterwald. Foto: Goertz

An Christi Himmelfahrt sollen die ersten Gäste die neue Freizeiteinrichtung besuchen

Illingen. Der Countdown für den Illinger Kletterwald läuft: Noch 33 Tage bis zur Eröffnung an Christi Himmelfahrt, 2.Juni. „Wir liegen mit den Aufbauarbeiten gut im Zeitplan“, freut sich Geschäftsführer Stephan Coenen.

Von Frank Goertz

 Inzwischen seien fast alle der 75 Plattformen an den Bäumen angebracht. Sie befinden sich in einer Höhe von einem Meter am Kids-Parcours beim Waldspielplatz bis hin zu luftigen zehn Metern Höhe für die Plattformen an den Seilrutschen über den Klostersee. Das Gros der Übungen befindet sich jedoch zwischen drei und sieben Metern über dem Boden.

 „Die Plattformen werden nicht direkt an die Bäume geschraubt, sondern mit Hilfe von Gewindestangen an die Stämme geklemmt“, erklärt Stephan Coenen. Diese Bauweise sei Stand der Technik, ergänzt sein Vater Martin Coenen, der schon ein rundes Dutzend Kletterparks, vor allem in den Ballungsräumen rund um Frankfurt und Berlin, gebaut hat und selbst auch in Lörrach einen Kletterpark betreibt.

 Momentan sind die Investoren damit beschäftigt, die Tragseile für die einzelnen Übungselemente an den Plattformen zu befestigen. Die Elemente selbst haben sie größtenteils bereits im Winter in Lörrach hergestellt. Ab der kommenden Woche sollen dann die Sicherungsseile für die Kletterparkbesucher angebracht werden. „Wir brauchen insgesamt rund 4500 Meter Seil“, berichtet Martin Coenen.

 Während die eigentlichen Arbeiten für den Kletterpark in der Höhe stattfinden, sind die wichtigsten Infrastrukturmaßnahmen am Boden schon erledigt. Dazu zählen nicht nur 38 Parkplätze, die von der Kreisstraße zwischen Illingen und Schützingen angefahren werden können, sondern auch die Erdarbeiten für den Kanal, Strom und Wasser. „Hier mussten jeweils rund 350 Meter Leitungen verlegt werden“, sagt Stephan Coenen. „Jetzt fehlen nur noch die letzten Anschlussstücke zu den Endverbrauchern.“

 Die Erdarbeiten finden teilweise direkt vor der Zufahrt und an der Grenze zu dem Gelände der Illinger Kleingärtner statt, die sich lange gegen das Kletterparkprojekt gewehrt haben. „Bis zum 1.Mai ist hier alles sauber aufgeräumt“, verspricht Stephan Coenen. „Schließlich wollen wir eine gute Nachbarschaft.“

 Generell, sagt der Geschäftsführer erleichtert, habe sich die Situation deutlich beruhigt, seitdem der Gemeinderat vor vier Wochen das letzte Häkchen unter den Bebauungsplan gemacht hat.

 Stephan und Martin Coenen sind guter Dinge, dass sich ihre Investition in Illingen – immerhin stecken sie rund 300000 Euro in das Projekt – auszahlt. „Zwar gibt es in der Umgebung schon einige Kletterparks, etwa in Rutesheim oder Pforzheim, und in Stuttgart-Zuffenhausen eröffnet eine weitere Anlage Anfang Juni, aber für Illingen spricht das sehr attraktive Gelände“, so Martin Coenen. Ein Höhepunkt seien natürlich die langen Seilrutschen über den mittleren Klostersee. „Hier ist die Plattform zehn Meter hoch, und der tragende Baum steht auch schon zwei Meter über dem Wasserspiegel. So bekommen wir das nötige Gefälle für die lange Strecke“, erklärt Stephan Coenen. „In dieser Saison starten wir mit zwei Rutschen in Richtung des Waldspielplatzes. Im nächsten Jahr kommen zwei Rutschen in der Gegenrichtung hinzu, so dass ein echter Zweibahnverkehr möglich ist.“

Investoren rechnen in der ersten Saison mit 15 000 Besuchern

 Diese Seilrutschen wären dann Elemente, die dem Illinger Kletterpark ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal verleihen würden. Davon abgesehen, betrachten Stephan und Martin Coenen die Kletterparks in der Umgebung nicht ausschließlich unter dem Konkurrenzgedanken. „Dass es verschiedene Einrichtungen in der Region gibt, hat auch positive Effekte“, findet Martin Coenen, der auf Synergieeffekte setzt, indem solche Freizeiteinrichtungen immer bekannter und beliebter werden.

 In Illingen rechnet Stephan Coenen in der ersten Saison, die sich bis in die erste Novemberwoche ziehen soll, mit 15000 Besuchern, nächstes Jahr dürften es dann 20000 sein. „Das hört sich nach sehr viel an“, gibt Martin Coenen zu, „macht aber umgerechnet pro Öffnungstag lediglich einen Schnitt von 100 Gästen.“ Wobei an Wochenenden natürlich mit einem größeren Ansturm zu rechnen sei. Um diesen zu bewältigen, werden deshalb jetzt noch ein gutes Dutzend Trainer gesucht, die von Stephan und Martin Coenen in Wochenendkursen speziell geschult werden.

www.kletterwald-illingen.de

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