40 Mitarbeiter verlieren ihren Job

Erstellt: 31. Oktober 2007, 00:00 Uhr
40 Mitarbeiter verlieren ihren Job Der Firmensitz auf dem Atlan-Gelände. Foto: Archiv

Insolvenzverwalter Dr. Wolfgang Bilgery zieht bei Sauter-Firmen die Notbremse

Mühlacker – „Die Verlustsituation hält weiter an. Die Firmen von Dr. Ing. Erwin Sauter, die unter dem Dach einer Holding vereint sind, sind eigenständig nicht zu erhalten.“ Dieses Fazit zieht Insolvenzverwalter Dr. Wolfgang Bilgery, nachdem er die Situation der sieben Firmen eingehend analysiert hat.

VON FRANK GOERTZ

„Ich werde die Stilllegung des Geschäftsbetriebs kurzfristig einleiten“, so Bilgery. Noch im Laufe des Novembers werden die verbleibenden rund 40 Mitarbeiter ihre Kündigungen erhalten. „Die Kündigungsfristen werden selbstverständlich eingehalten, aber die meisten Mitarbeiter werden sofort von der Arbeit freigestellt. Lediglich eine handvoll Mitarbeiter werden noch mit Restarbeiten beschäftigt sein.“

 Nach Angaben von Dr. Ing. Erwin Sauter sind seine Firmen unter anderem darüber gestolpert, dass ein Kunde aus China Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen sei. Der Kunde hätte nach MT-Informationen für einen Auftrag eine Anzahlung leisten sollen, dies aber nicht getan – womit natürlich der Auftrag geplatzt ist.

 Dass die Banken irgendwann den Hahn dicht gemacht und Kreditlinien gekündigt hat, dafür hat Dr. Bilgery Verständnis: „Angesichts anhaltender Verluste hätte es keinen Sinn gemacht, Kreditlinien zu verlängern. Das wäre nichts anderes gewesen als eine Verlustfinanzierung.“ Das Ende vom Lied beschreibt Dr. Bilgery so: „Die Unternehmen haben keine finanziellen Ressourcen, die es ermöglichen, den Betrieb weiterzuführen.“ Sprich: Es mangelt an Liquidität. Diese Situation hat sich schon lange vorher abgezeichnet. So haben viele Arbeitnehmer in diesem Jahr ihren Lohn nur teilweise und in Raten bekomen.

 Daraufhin ist es zu Arbeitsniederlegungen, Kündigungen und Klagen vor Gericht gekommen. „Die Kunden haben diese Turbulenzen mitbekommen und sich von dem Unternehmen abgewendet“, beschreibt Dr. Bilgery die Spirale, die die Sauter-Firmen immer weiter in die Tiefe gerissen hat.

 Da an eine Weiterführung des Geschäftsbetriebs nicht mehr zu denken ist, bestehe jetzt, so der Insolvenzverwalter, nur noch die Möglichkeit, die eine oder andere Technologie zu verkaufen. Dies würde dann wenigstens die Insolvenzmasse stärken.

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