35 Millionen und Medizinmann

Erstellt: 30. Januar 2009, 00:00 Uhr
35 Millionen und Medizinmann 35 Millionen zu gewinnen: Nik Trost und Lotto-Spielerin Arife Keskin. Foto: Sadler

Mühlacker Lotto-Spieler hoffen auf den Gewinn eines der höchsten Jackpots

Das ist verrückt – 35 Millionen Euro sind jetzt im Jackpot“, stellt Nik Trost, Inhaber eines Tabak- und Zeitschriftenladens mit Lotto-Annahmestelle in der Mühlacker Fußgängerzone, fest. „Das ist der dritthöchste Jackpot“, sagt er. Zuletzt am prallsten gefüllt war der Lotto-Topf im Dezember 2007, als es 45,3 Millionen Euro zu gewinnen gab.

 Summen in derlei schwindelerregender Höhe, weiß Nik Trost, kämen zusammen, wenn immer mehr Menschen, auch solche, die sonst nicht spielen, „vom Lotto-Fieber gepackt werden“. Dreimal sei die Superzahl die Null gewesen – „und darauf tippt fast kein Spieler“, weiß Nik Trost. Morgen findet bereits die zwölfte Ziehung statt. Wird der Jackpot dann wieder nicht geknackt, wird das Geld am nächsten Mittwoch verteilt. Hat niemand sechs Richtige samt gezogener Superzahl, geht die Riesensumme an die nächstbesten Ränge.

 Trost kennt die Strategien vieler Tipper ebenso wie ihre Marotten. „Viele nehmen mehrere Scheine, auf denen sie immer dieselben Zahlen, aber jedes Mal eine andere Superzahl zwischen 0 und 9 angeben.“ Oft werde mit Systemscheinen gespielt, die zwar einen höheren Einsatz erfordern, dafür aber auch bessere Chancen versprechen. Die Einsätze liegen nicht selten bei mehreren hundert Euro pro Person. Manch einer brüte lange Zeit über seinem Schein, ehe er sich für eine bestimmte Zahlenfolge entscheide. Ein Kunde, der gestern im Laden war und nicht genannt werden möchte, ließ wissen, er markiere Zahlen, „die ein Medizinmann vorausgesagt hat“. Würde sich die Prophezeiung als richtig erweisen, könnten sich Kinder des Spielers auf eine erkleckliche Finanzspritze freuen.

 Auch Arife Keskin, die nicht jede Woche, sondern eher unregelmäßig ihre Kreuze auf dem Schein macht, denkt nicht nur an sich. Klar, erst mal wäre ein schöner Urlaub dran, träumt sie. „Aber ich würde auch bedürftigen Familien Geld geben und Schulen, die PCs oder andere Ausrüstungsgegenstände brauchen, mit meinem Gewinn unterstützen“, sagt sie. Ihre Halbtagsarbeit wollte sie nicht aufgeben, dafür würde sie es ihrem Ehemann, „der zu viel schafft“, gönnen, seinen Job angesichts des Millionensegens an den Nagel zu hängen.

 Erkan Aktürk versucht sein Glück allwöchentlich, doch viel gewonnen habe er bisher nicht, erzählt er. Wenn ihm Millionen in den Schoß fielen, würde er sein Leben schon wegen der Kinder zunächst nicht ändern, später aber gerne in seine Heimat, die Türkei, zurückgehen.

 Ida-Maria Wopalensky hat wiederholt kleinere Beträge gewonnen. Falls die Millionen flössen, hätte ihre Verwandtschaft ebenfalls Grund zum Jubeln. „Einen Teil würde ich nämlich verschenken.“ Sie selbst würde sich einen Porsche gönnen – „als Zweitwagen“ für besondere Gelegenheiten. Wolfgang Schmidt, früherer Leiter der Mühlacker Mörike-Realschule, erzählt schmunzelnd, früher habe er zusammen mit seiner betagten Mutter Lotto gespielt, doch mittlerweile „habe ich es wegen Erfolglosigkeit eingestellt“.

 Nik Trost selbst, der für morgen noch einmal mit einem Ansturm Kurzentschlossener rechnet, riskiert lediglich niedrige Einsätze. „Einmal habe ich 700 Euro im Spiel 77 gewonnen“, bekennt er. Falls er den 35-Millionen-Jackpot abräumen sollte, das weiß er schon, würde er als eingefleischter Fan von Rod Stewart, mit dem er die Stachelfrisur gemeinsam hat, den Pop-Weltstar für ein Privatkonzert engagieren. Na dann, viel Glück!Thomas Sadler

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