3:2 Roller schießt Phönix zum Sieg

Erstellt: 31. August 2009, 00:00 Uhr
3:2  Roller schießt Phönix zum Sieg Lebhafte Partie von beiden Seiten: Qendrim Emini (re.) beschäftigt in Lomersheims Defensive nicht nur Frederic Gössele mit seinen schnellen Vorstößen. Fotos: Eigner

Spiel des Tages: Lomersheim vermasselt Wiernsheims Trainer Frank Scheible den Auftritt bei seinem Ex-Verein

Die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte hatte sich Frank Scheible sicherlich anders vorgestellt. Trotz seines Freistoßtores hat sein TSV Wiernsheim die Auswärtshürde bei Lomersheim gerissen. Simon Roller köpfte Phönix mit seinem 3:2 in letzter Minute zum ersten Saisonsieg.

Von Steffen-Michael Eigner

Mühlacker-Lomersheim. Das Wiedersehen am Wässerle beginnt mit einem schwerzhaften Kompliment. „Du siehst so scheiße aus in dem roten Trikot“, sagt Thomas Fischer mit einem breiten, frechen Grinsen und umarmt seinen Ex-Kapitän Frank Scheible freundschaftlich. Mit dem Anpfiff ist allerdings Schluss mit den gegenseitigen Schulterklopfereien. Kaum läuft das Spiel, wird Scheible schon das erste Mal gefoult und reibt sich den Knöchel. Die Anfangsminuten gestalten sich lebhaft, beide Teams suchen die Offensive. Sven Kamptmann hat nach sieben Minuten die erste Chance für Phönix, zielt aber zu weit nach rechts. Zwei Minuten später flankt Thomas Fischer, Simon Roller ist zur Stelle. Das frühe 1:0 für Phönix nach neun Minuten, das jedoch nicht lange hält.

 Elfte Minute, der Jubel über die Führung ist kaum verstummt, da bringt Sören Christofori Frank Scheible zu Fall. Der gefoulte Spielertrainer legt sich selbst den Ball zum Freistoß zurecht und hämmert die Kugel aus 25 Metern genau in den linken oberen Winkel. Sascha Wächter im Lomersheimer Tor kann dem Geschoss nur hinterherschauen. Und Wiernsheim bleibt am Drücker.

 Nur drei Minuten nach dem Ausgleich erkämpfen sich die Roten nach einem Einwurf den Ball. Roman Joas steckt den Ball zu Qendrim Emini durch, der Wächter beim 1:2 (14.) abermals keine Chance lässt. Um ein Haar legt Wiernsheim sogar das dritte Tor nach, als Mark Gaan im Strafraum Thomas Fischer vernascht, selbst abschließen könnte, stattdessen quer auf Emini legt. Der drischt das Leder jedoch unbedrängt aus zwölf Metern über das leere Tor.

 Die ersten 30 Minuten gehören klar den Gästen, die mit gepflegtem Kurzpassspiel die Phönix-Defensive durcheinanderwirbeln. Die Viererkette mit Thomas Fischer, Sören Brüstle, Arne Körner und Benjamin Gentner harmoniert noch nicht und lässt sich einige Male von den schnellen Wiernsheimer Stürmern überlaufen, die daraus jedoch kein Kapital schlagen.

 Erst in der letzten Viertelstunde kommt Lomersheim besser ins Spiel und zu drei dicken Chancen. Sören Christofori trifft mit dem Außenrist nur die Latte (36.), Sven Kamptmann scheitert an Torhüter Reinhold Baral (37.) und Flavio Knapp verfehlt das Tor per Kopf nur knapp (45.).

 Besser macht es Knapp nach der Pause, als er mit einem flachen Steilpass Simon Roller auf die Reise schickt. Der verlädt Baral und schiebt den Ball flach zum 2:2-Ausgleich ins lange Eck (51.). Lomersheim nimmt nun das Spiel in die Hand, wenngleich Wächter in der 61. Minute mit einer Glanzparade gegen Emini das 2:3 verhindert. Im Gegenzug geht Flavio Knapp nach einem 50-Meter-Solo die Luft aus, der schwache Abschluss ist eine sichee Beute für Torhüter Baral. Die größeren Spielanteile liegen bei Phönix, doch die ganz großen Torgelegenheiten werden auf beiden Seiten weniger. Bis zur 88. Minute.

 Ein Einwurf der Wiernsheimer in der eigenen Platzhälfte landet beim eingewechselten Claus Piayda, der schiebt das Leder zu Michael Walter. Dessen Flanke findet punktgenau den Kopf von Simon Roller, der mit seinem dritten Tor die 3:2-Führung besorgt. Noch einmal gerät der Phönix-Sieg in Gefahr, als Roman Joas in der Nachspielzeit nach einer Flanke von Ferit Yüksel knapp am Tor vorbei köpft.

 Trainer Frank Scheible ist nach der Niederlage bedient: „Klar war Lomersheim in der zweiten Halbzeit das bessere Team. Aber durch einen Einwurf in der eigenen Hälfte zum Gegner so ein Gegentor zu kriegen, ärgert mich tierisch. Aber wir hätten halt unsere Chancen nutzen müssen. Über die gesamten 90 Minuten gesehen wäre ein 2:2 sicherlich gerecht gewesen.“

Tore: 1:0 Roller (9.), 1:1 Scheible (11.), 1:2 Emini (14.), 2:2 Roller (51.), 3:2 Roller (88.)
Phönix Lomersheim: Wächter – Gentner (75. Völlnagel), Brüstle, Körner, Gössele, Walter, Christofori, Kamptmann (80. Piayda), Knapp (80. Schembri), Roller, Fischer
TSV Wiernsheim: Baral – Lange, Guenter, Wieser, Hecke (46. Allegro), Gaan, Scheible (70. Yüksel), Grimmeisen, Joas, Emini, Zywicky (89. Neubert)

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