120 Unfälle in Hamburg, Hochwasser-Alarm in Regensburg

Erstellt: 12. März 2006, 00:00 Uhr
120 Unfälle in Hamburg, Hochwasser-Alarm in Regensburg Dichtes Schneetreiben in Hamburg: Im Schritttempo ins Wochenende

Der Winter sorgt noch immer für Chaos in Deutschland. Allein in Hamburg kam es im dichten Schneetreiben zu 120 Unfällen. Während der Norden vom Schnee heimgesucht wird, macht den Süddeutschen das Tauwetter zu schaffen. Regensburg rüstet sich schon für Donauhochwasser.

Berlin/Frankfurt – Im Norden schneite es vor allem in einem Streifen vom nördlichen Niedersachsen über das gesamte Hamburger Stadtgebiet bis ins südliche Schleswig-Holstein anhaltend und ergiebig. Örtlich fielen innerhalb weniger Stunden bis zu zehn Zentimeter Neuschnee. (Zur neuesten Wettervorhersage gelangen Sie hier.)

Dichtes Schneetreiben in Hamburg: Im Schritttempo ins Wochenende
In Hamburg ereigneten sich bis zum Vormittag fast 120 Verkehrsunfälle, meist blieb es jedoch bei Blechschäden. Besonders die Autobahnen waren von Staus betroffen, teils stand der Verkehr auf mehr als 20 Kilometern Länge. Im Hamburger Hafen musste mit der riesigen Köhlbrandbrücke eine der Hauptverkehrsadern gesperrt werden, weil häufig mit Sommerreifen bestückte Lkw an den steilen Auffahrten ins Rutschen kamen.

In Brandenburg kam es nach Polizeiangaben zu insgesamt 214 Verkehrsunfällen. Dabei wurden 27 Menschen verletzt. Besonders betroffen war die Autobahn 2 Berlin-Hannover. In Uebigau im Elbe-Elster-Kreis stieß ein Pkw bei winterlichen Straßenverhältnissen mit einem entgegenkommenden Schulbus zusammen. Alle zehn Bus-Insassen blieben unverletzt.

Teilweise lagen heute wie in Schleswig 17 Zentimeter Schnee. Auch in den Hochlagen der meisten nördlichen und östlichen Mittelgebirge sowie der Alpen wuchs die Schneehöhe, so liegen etwa laut DWD auf dem Großen Arber im bayerischen Wald 305 Zentimeter Schnee.

In Bayern ließen Schmelzwasser aus den gewaltigen Schneemassen und Regenfälle die Pegel einiger Flüsse stark ansteigen. Besonders angespannt ist die Lage an der Paar bei Schrobenhausen und an der Zusam bei Dinkelscherben. Dort wurde die höchste Meldestufe 4 erreicht. Die Stadt Regensburg bereitet sich auf eine Überschwemmung durch die Donau vor. Mindestens drei Menschen kamen im Freistaat im Zusammenhang mit dem Hochwasser ums Leben. In vielen Ortschaften liefen die Wassermassen in Keller und überfluteten Straßen.

In Geltendorf bei München starb in einer überfluteten Bahnunterführung eine Autofahrerin. Der Wagen der 62-Jährigen blieb im 90 Zentimeter hohen Wasser stecken. Als die Frau ausstieg, stürzte sie ins Wasser und starb. Im nördlichen Odenwald wird nach einem Sturz in einen Hochwasser führenden Bach ein 78-jähriger Mann vermisst.

Zwei 15-jährige Mädchen starben bei einem Verkehrsunfall bei Cham. Ihr Wagen kollidierte mit einem Feuerwehrauto, das im Hochwassereinsatz war. Der 18-jährige Autofahrer hatte die Vorfahrt missachtet. Er erlitt schwere Verletzungen.

Auch in Baden-Württemberg stiegen die Wasserstände der Flüsse kräftig an. Wie die Hochwasser-Vorhersage-Zentrale in Karlsruhe mitteilte, wurden die Hochwasser-Meldemarken an „etlichen Pegeln“ überschritten. In einigen Regionen kam es zu Überschwemmungen. Auch in Thüringen wurden nach Tauwetter und Regenfällen mehrere Straßen überflutet und gesperrt.

Für morgen sagen die Meteorologen bei minus zwei Grad im Nordosten und sieben Grad im Südwesten wechselnde, vielfach auch starke Bewölkung vorher, verbreitet soll Schnee oder Schneeregen fallen. Am Sonntag soll es im Süden und Osten anfangs noch schneien, an den Alpen auch bis zum Abend. Die Höchstwerte liegen zwischen minus ein Grad im Osten und drei Grad im Westen. Am Montag soll sonniges Wetter überwiegen, am Oberrhein kann es bis zehn Grad warm werden.

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