1:1 – Roller rettet Phönix das Remis

Erstellt: 30. September 2012, 23:30 Uhr
1:1 – Roller rettet Phönix das Remis Marcel Seyb ackert im Mittelfeld viel und liefert schließlich die Vorlage zum 1:1. Foto: Eigner

Dank Simon Roller bleibt ein Punkt in Lomersheim. Gegen Tabellenführer Salamander Kornwestheim zeigte die ersatzgeschwächte Phönix-Elf eine über weite Strecken starke Leistung. Lediglich eine Schwächephase in der zweiten Halbzeit ließ die Fans einige Zeit am Punktgewinn zweifeln.

Von Steffen-Michael Eigner

Mühlacker. Eberhard Carls Kalkül geht zunächst auf. Statt der üblichen 4-2-3-1-Formation stellt der Phönix-Trainer ein 4-4-2 auf. „Um die gegnerische Abwehr mehr unter Druck zu setzen“, erklärt Carl. Für den nach Hamburg weggezogenen Roman Kasper spielt Marco Schleeh die Position des linken Außenverteidigers. Rechts in der Abwehrkette lässt er für viele überraschend Sven Ebert auflaufen, der sonst eigentlich einen eher offensiven Part im rechten Mittelfeld spielt. Tatsächlich macht Lomersheim, das auf die verletzten Arne Körner, Thomas Fischer und Marco Parisi verzichten muss, einen stabilen Eindruck. Die erste Halbzeit ist kurzweilig, obwohl beiderseits die Strafraumszenen fehlen. Zu sehen sind schnelle Kombinationen im Mittelfeld, die jedoch meist an der Strafraumgrenze enden.

Mehr Pfeffer erhält die Partie nach der Pause. Vor allem, weil die Gäste nun mehr aufs Tempo drücken, und Phönix im Mittelfeld Probleme bekommt. „Wir haben das Zentrum preisgegeben“, kritisiert Eberhard Carl. Vor allem die pfeilschnellen Vorstöße von Marco Reichert bringen die Lomersheimer Hintermannschaft immer wieder in die Bredouille. Zweimal klärt der in der Innenverteidigung ganz starke Patrick Kaltenegger mit aller Mühe gegen den Blondschopf. Als Reichert in der 62. Minute abermals zum Tempodribbling ansetzt und einen Steilpass zu Timo Nurnberger absendet, ist alles zu spät. Der Kornwestheimer überwindet Daniel Kern zum 0:1.

Danach geht bei Phönix eine Zeitlang nichts mehr zusammen, mit viel Glück bleibt es beim knappen 0:1-Rückstand. Viele Pässe auf die Sturmspitzen kommen nicht an, auch weil Rony Kastner und Marc Fischäß sich etwas zu weit zurückfallen lassen, anstatt auf den Steilpass zu lauern. Eberhard Carl nimmt sein Sturmduoin Schutz: „Marc ist erst 18, Rony ist 22 Jahre alt. Ich bin sehr zufrieden mit ihnen.“ Gleiches gilt für Marco Schleeh. Seine Defensivaufgaben erledigt der 18-jährige Außenverteidiger zuverlässig, doch sich mit Tempo die Linie entlang in die Angriffe einzuschalten, traut er sich noch nicht. So ist der emsige Marcel Seyb im rechten Mittelfeld auf sich allein gestellt. Und auch der Druck auf die Salamander-Abwehr bleibt aus. In aller Ruhe können die Verteidiger Angriffe eröffnen.

Nur einmal kommt Phönix in dieser Phase gefährlich vor das Kornwestheimer Tor. Mit etwas Glück könnte es da Elfmeter geben, weil Torhüter Marcel Stegmeyer den Distanzschuss von Timo Hagenbuch abprallen lässt, dann im Nachsetzen den heranstürmenden Rony Kastner umrempelt (72.). Markus Bender lässt jedoch weiterspielen. Schon zuvor war der Referee aus Sinsheim gnädig mit den Gästen. Eine rüde Attacke gegen Marcel Seyb (63.) hätte er durchaus mit der gelben Karte gegen Dominic Janzen quittieren dürfen.

Die Joker stechen unddas Risiko wird belohnt

Da sich keine Besserung im Offensivspiel abzeichnet, zieht Eberhard Carl in der 80. Minute seine Joker aus dem Ärmel: Simon Roller und Eros Schembri kommen für Kastner und Fischäß. Außerdem rückt Kaltenegger ins Mittelfeld vor, hinten verteidigen nur noch drei Mann. Ein Risiko, das belohnt wird.

Kaum auf dem Feld, hat Eros Schembri bereits die erste Schusschance, die noch abgeblockt wird (81.). Und nur eine Minute später leitet Schembri den Angriff ein, der zum Ausgleich führt. Marcel Seyb liefert schließlich die exakte Vorlage für Simon Roller, der zum 1:1 vollendet (83.).

In der turbulenten Schlussphase bewahrt Daniel Kern Lomersheim gegen den alleine auf ihn zustürmenden Dominic Janzen vor dem erneuten Rückstand (86.). Im Gegenzug sieht der Kornwestheimer Tim Waida Rot für eine Notbremse an Marcel Seyb (87.). Der anschließende Freistoß Seybs von der Strafraumgrenze bleibt jedoch in der Mauer hängen. Und schließlich verpasst Roller per Direktabnahme sogar den Siegtreffer (89.). Wieder kam die Hereingabe von Eros Schembri.

Tore: 0:1 Timo Nurnberger (62.), 1:1 Simon Roller (83.)

Rote Karte: Tim Waida (Kornwestheim/87.)

Phönix Lomersheim: Kern – Ebert, Brüstle, Kaltenegger, Schleeh – Oehler, Dorn, Hagenbuch, Seyb – Kastner, Fischäß

Salamander Kornwestheim: Stegmeyer – Üven (75. Rometsch), Mücke, Dülger, Waida – Plitzner, Sarajlic, Janzen (90. Schulze), Reichert (80. Löffler) – Nurnberger, daMonica

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