„Mehr geht für mich nicht“

Mit dem DM-Titel in der Straubenhardter Riege sieht sich Vinzenz Haug an seinen Grenzen angelangt

Von Steffen-Michael Eigner Erstellt: 6. Dezember 2016, 00:00 Uhr
„Mehr geht für mich nicht“ Die Turner der KTV Straubenhardt jubeln über ihre zweite Deutsche Meisterschaft in Folge und den fünften Titel insgesamt. Foto: GES Sportfoto

Die Mission Titelverteidigung ist geglückt. Das Bundesliga-Team der KTV Straubenhardt ist zum fünften Mal Deutscher Meister. 40:33 lautete der Endstand im Finale gegen die TG Saar, in dem auch Vinzenz Haug aus Mühlacker zum Einsatz kam. Für ihn ist es bereits der zweite Titel in diesem Jahr.

Vinzenz Haug für Straubenhardt an den Ringen im Einsatz.Vinzenz Haug für Straubenhardt an den Ringen im Einsatz.

Straubenhardt. Unter frenetischem Jubel nahm das Bundesliga-Team der KTV Straubenhardt am Samstagabend nach dem Finale den Meisterpokal entgegen. Danach wurde gefeiert, zunächst noch in der Ludwigsburger MHP Arena, wo die Veranstalter eine entsprechende Party für alle Finalteilnehmer organisiert hatten. Danach suchten sich die Turner ein Lokal in Stuttgart, wo sie die Fete fortsetzten. „Da waren auch relativ viele von den anderen Mannschaften noch dabei“, schildert Vinzenz Haug den gelungenen Abend, an dem wie gestern berichtet nicht nur die Straubenhardter Männer ihren DM-Titel erfolgreich verteidigt, sondern auch die Frauen des MTV Stuttgart vor der TG Karlsruhe-Söllingen und der TuS Chemnitz-Altendorf erneut triumphiert hatten. Die Stuttgarter Männer des behielten im Kampf um Platz drei gegen Aufsteiger Siegerländer KV die Nase vorn.

Noch am Sonntagvormittag wurden die Feierlichkeiten in Straubenhardt fortgesetzt. Bei einem Brunch kamen Turner, Sponsoren, Vereinsführung und einige Fans zusammen. Danach reisten die meisten der KTV-Turner ab in ihre Heimatorte und Stützpunkte. „Lukas Dauser trainiert beispielsweise in Berlin, Andreas Bretschneider in Chemnitz“, erklärt KTV-Pressesprecherin Miriam Duda.

Denn nur vier der Meisterturner trainieren tatsächlich in Straubenhardt. Neben Cheftrainer Anton Fokin sind dies Nils Buchter, Aaron Wagner und der Mühlackerer Vinzenz Haug, der bereits im Frühjahr mit der zweiten KTV-Riege in der Oberliga den Titel gefeiert hatte.

„Das Jahr ist für mich recht gut gelaufen“, stapelt Haug im Rückblick tief und nimmt sich für 2017 sportlich nichts Konkretes vor. „Ich mache jetzt eine Ausbildung zum Konstruktionsmechaniker“, kündigt Haug an. Sein Lehrbetrieb Polyrack, zugleich der Hauptsponsor der KTV Straubenhardt, ließe ihm gewiss Freiräume für den Sport, gleichwohl werde er nicht mehr ganz so viel trainieren wie bisher. Das hat auch mit Haugs anhaltenden Rückenproblemen zu tun, die ihn seit nunmehr fast sechs Jahren plagen.

Als 13-Jähriger galt Haug als eines der größten deutschen Turntalente, ehe die Rückenverletzung erstmals auftrat und ihn zwei Jahre lang an jeglicher Wettkampfteilnahme hinderte. Im Jahr 2013, inzwischen 16 Jahre alt, feierte Haug dann ein grandioses Comeback, gewann bei den Deutschen U19-Meisterschaften den Titel im Mehrkampf, holte zudem jeweils Bronze an Ringen und Pauschenpferd. Doch ganz verschwunden sind die Rückenschmerzen nie. „Das wird wohl auch nicht mehr“, sagt Haug, der sich deshalb in der abgelaufenen Bundesligasaison schon auf Pauschenpferd und Ringe beschränkt hat. Mit den Titelgewinnen in der Oberliga und der Bundesliga sieht sich Haug sportlich an seinem persönlichen Optimum angekommen. „Mehr wird für mich nicht mehr gehen“, schätzt der Mühlackerer, den nun auch das Reglement einschränkt.

In der Oberliga darf Vinzenz Haug 2017 nicht starten, weil er in der abgelaufenen Saison zu oft, nämlich siebenmal, in der Bundesliga geturnt hat. „Ich war selbst überrascht, wie viele Einsätze ich bekommen habe“, so Vinzenz Haug.

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