„Unter Wasser geht’s zur Sache“

Die Wasserballer des 1. BSC Pforzheim scheren sich nicht um ihren Exotenstatus und haben den Saisonstart im Blick

Von Susanne Roth Erstellt: 22. Oktober 2016, 00:00 Uhr
„Unter Wasser geht’s zur Sache“ Neben der Fitness ist die Strategie beim Wasserball wichtig: Trainer Kevin Schneider erklärt seinen Jungs anhand der Taktik-Mappe, welche Pässe und Spielzüge geübt werden sollen. Fotos: Roth

Da wird auch mal getreten und geboxt: Das ist Wasserball beim 1. BSC Pforzheim. Die Herren bereiten sich zurzeit unter der Führung ihres Trainers Kevin Schneider auf das erste Saisonspiel gegen die SGW Leimen/Mannheim vor.

Pforzheim. Wasserball ist eine Randsportart. Doch die Mitglieder des 1. BSC Pforzheim interessieren solche Schubladen nicht. Und welcher Verein kann schon von sich sagen, dass die Gegner allesamt schlottern, wenn sie die geschlossenen Fanreihen des BSC sehen und ihre Trommeln hören. Der Badische Schwimmsportclub 1896 kann das. Die erste Herrenmannschaft spielt in der Zweiten Liga Süd. Über dieser Spielklasse ist nur noch die Bundesliga angesiedelt. „Wir haben alles mit eigenen Spielern aufgebaut“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Martin Unsöld stolz. Der Clubchef kann mit seinen 38 Jahren noch mithalten mit den jungen Talenten, die mit ihm durch das Wasser des Emma-Jaeger-Bades pflügen. „Aber ich merke schon, dass es mir schwerer fällt als noch vor zehn Jahren“, räumt er mit einem Lächeln ein.

Unsöld hat schon zwölf Jahre Wasserball auf dem Buckel. Er war ein Spätzünder, die meisten fangen spätestens mit sieben Jahren an. Wie der 17-jährige Alexander Wottschel, der schon länger als sein halbes Leben Wasserball spielt: „Vor elf Jahren hab ich angefangen“, sagt er. Auch Fußball stand mal auf dem Programm. Aber beim Übergang aufs Gymnasium entschied er sich für Wasserball. „Das ist was Besonderes.“ Was ihm daran gefällt? „Alles.“ Dann stürzt sich das Nachwuchstalent wieder in die Fluten. Trainer Kevin Schneider kann noch einen Trumpf aus dem Ärmel schütteln: Alex Harnos. Beide 1999 geborenen Spieler sind für ihn begabte Hoffnungsträger. Was bei Wottschel keinen Druck aufbaut, im Gegenteil: „Das ist motivierend“, sagt er vor dem Sprung zurück ins Wasser. Was sich im Kampf um die besten Torchancen unter der Wasseroberfläche abspielt, ist für den Außenstehenden kaum zu erkennen. „Unter Wasser geht es zur Sache“, bringt es Torwart Georg Uhlig auf den Punkt. Hart fallen kann hier niemand, aber blaue Flecken sind an der Tagesordnung. Natürlich ist der hochgewachsene Torwart, der sich zudem mit seiner Beintechnik ziemlich hoch aus dem Wasser katapultieren kann, auch schon seit zehn Jahren bei der Mannschaft.

Kevin Schneider spricht von einer eingeschworenen Gemeinschaft. Seit zwei Jahren ist er Coach, Vorgänger Armin Reisert hat die Herren in die zweithöchste Liga bugsiert. Letzte Saison habe man gegen den Abstieg gekämpft, aber da sei man durch die Sanierung des Emma-Jaeger-Bades auch stark ausgebremst worden. Jetzt will die Mannschaft wieder voll angreifen. Schneider spielt im Team mit.

Vor dem Trainingsbeginn im Wasser fließt bereits jede Menge Schweiß an Land. Im Flur unter der Schwimmhalle kurbeln die Sportler mit Zug-Gummiseil-Übungen für kräftige Arme und Schultern sowie ersten Wurfübungen mit kleineren Bällen ihren Kreislauf an. Eine Wassersportlerin ist mit Christina Löw an diesem Abend auch an Bord. Und die zieht das Training genauso durch wie ihre männlichen Kollegen: Krafttraining, temporeiche Runden drehen, ein paar Bewegungsübungen mit dem Ball – und schon zieht Trainer Kevin Schneider die Taktikmappe hervor und erklärt, welche Pässe es nun zu üben gilt. Fitness ist wichtig, aber auch die Taktik, besonders im Überzahl-Spiel, wenn der Gegner aufgrund eines Fouls dezimiert ist.

Dass Jugendtrainer Adrian Bornbaum die Arbeit ausgehen könnte, erwartet beim BSC derzeit niemand. An der Kasse des Emma-Bades wird Schneider ein Zettel mit einer Telefonnummer in die Hand gedrückt. „Schon wieder jemand Neues, das Plakat haben wir erst vor zwei Tagen aufgehängt“, freut er sich. Die Jugend macht es den Alten nach: U11 und U17 sind Süddeutscher Meister; die U13-Mannschaft ist Süddeutscher Vize-Meister. Was die Erste reißen kann? Die Saison wird es zeigen. Am 5. November, um 19 Uhr, steht die erste Partie gegen die SGW Leimen/Mannheim im Emma-Jaeger-Bad an.

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