Zieleinlauf im Klassenzimmer vor Augen

Sportlerwahl-Sieger heute: Arne Lorenz studiert in Jena Spanisch, Geschichte und Sport und gibt Kurse im Bereich Reha-Sport

Von Ulrike Stahlfeld Erstellt: 19. Januar 2017, 00:00 Uhr
Zieleinlauf im Klassenzimmer vor Augen Im Archiv des Mühlacker Tagblatt zurückgeblättert: Verlegerin Brigitte Wetzel überreicht den Pokal an Arne Lorenz, Sportler des Jahres 2007. Archivfoto: Fotomoment

Was ist aus den Siegern unserer Sportlerwahl geworden? Dieser Frage geht das Mühlacker Tagblatt in dieser Serie nach. Auf der Suche nach Arne Lorenz wurde die Reporterin in Seesen fündig. Lorenz war Sportlerwahl-Sieger in den Jahren 2003, 2005 und 2007.

Seesen. Die Suche nach Arne Lorenz gestaltet sich zunächst nicht einfach. Lorenz, der Name taucht nicht im Illinger Telefonbuch auf. Dabei hat der Leichtathlet dort einmal gelebt. Über Facebook schließlich lässt sich der inzwischen 29-Jährige ausfindig machen. Er lebt inzwischen in Seesen, einer Stadt in Niedersachen, in der Nähe von Goslar. Illingen! Im Gespräch kann sich Arne Lorenz an seinen Umzug in die Stromberggemeinde noch ganz gut erinnern: „Das war 2004, da hatte ich eine wichtige Meisterschaft.“ Wichtige Stationen im Leben des einstigen Leistungssportlers sind untrennbar mit sportlichen Ereignissen verknüpft. Wie könnte es auch anders sein. Der in Sachsen 1987 geborene Sportler kam als Kind mit seiner Familie nach Baden-Württemberg. Arne Lorenz lebte mit Vater Frieder und Mutter Heike zunächst in Ötisheim, ab 2004 in Illingen.

Kurz nach dem Umzug in die Stromberggemeinde startete er bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Jena und belegte über 3000 Meter den fünften Platz. In Braunschweig wurde er 2004 außerdem Deutscher Staffel-Jugendmeister. Lorenz startete damals für den VfL Sindelfingen und sammelte weitere Titel. Er wurde in dieser Zeit unter anderem Deutscher Cross-Meister mit der Mannschaft und Deutscher Vize-Staffelmeister. Davor startete er für den TV Mühlacker. Schon als Schüler gewann er Württembergische und Baden-Württembergische Meisterschaften.

Arne Lorenz kam über seinen Vater, der ebenfalls in früheren Zeiten Leistungssportler gewesen war, zum Laufen. Leider wurde seine sportliche Laufbahn immer wieder von Verletzungen unterbrochen. „Das war eine Berg- und Talfahrt“, stellt er rückblickend fest. Teilweise war an ein regelmäßiges Training ohne Schmerzen nicht mehr zu denken.

Doch der Läufer rappelte sich immer wieder auf. Nach Abitur am Theodor-Heuss-Gymnasium und dem Zivildienst am Mühlacker Krankenhaus begann er sein Studium. Und wieder verbanden sich entscheidende Weichenstellungen mit sportlichen Ereignissen. Lorenz ging zum Studium nach Jena – einem der Orte, wo er äußerst erfolgreich auf der Aschenbahn lief. Warum er sich diese Stadt aussuchte? „Ich habe mich dort schon 2004 sofort wohlgefühlt, es hat einfach gepasst.“

Er sei komplett auf sich allein gestellt gewesen, erzählt er von seiner Spurensuche zurück in Jena. Lorenz studierte Sportwissenschaften und dann zusätzlich Lehramt für die Fächer Sport, Spanisch und Geschichte. „Ich wollte zweigleisig fahren, und der Lehrerberuf ist etwas Sicheres“, sagt er.

Ursprünglich hoffte er über die Sportwissenschaften in den Leistungssport reinzurutschen: „War schwierig, da braucht man Beziehungen.“ Außerdem kennt sich Lorenz gut. „Ich bin der Typ, der etwas Sicheres braucht“, erzählt er, weshalb er sich nun vorwiegend auf den Lehrerberuf konzentriert und dass er jetzt gerade sein Referendariat in Seesen (Harz) absolviert. Außerdem gibt er Kurse im Bereich des Reha-Sportes.

Im Januar kommenden Jahres wird er mit dem Studium fertig sein. Wohin es ihn dann verschlägt, ist offen. Lorenz kann sich vorstellen, in Niedersachsen als Lehrer zu arbeiten oder in Baden-Württemberg. Dort hat er noch viele Freunde und die Familie. Egal, wo der Studierende nächstes Jahr hingeht, die Laufschuhe hat er sicherlich dabei. Denn Sport ist ihm in seiner Freizeit und im Beruf bis heute sehr wichtig. Der zukünftige Lehrer : „Und das wird auch so bleiben. Der Sport hat immer mein Leben bestimmt und das wird auch in den nächsten Jahren so sein.“

Vermutlich gehörte der Sport schon während seiner eigenen Schulzeit zu seinen Lieblingsfächern. Und auch als künftiger Lehrer wird Arne Lorenz dieses Fach am liebsten unterrichten.

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