Oliver Sperandio träumt von Olympia

Der Unparteiische trifft als Schiedsrichter im Badminton bereits jetzt auf die ganz Großen seines Sports

Erstellt: 11. Februar 2016, 00:00 Uhr
Oliver Sperandio träumt von Olympia Oliver Sperandio muss als Schiedsrichter der Badminton-DM bei umstrittenen Situationen immer wieder zwischen den Spielern vermitteln. Fotos: privat

Bei den Deutschen Meisterschaften im Badminton hat ein Vertreter des BV Mühlacker mitgemischt. Oliver Sperandio war als einer von zwei Schiedsrichtern aus Baden-Württemberg für das Turnier nominiert worden.

Bielefeld/Mühlacker (pm). Im Badminton werden Schiedsrichter laut Regelwerk erst ab der Regionalliga eingesetzt. In den Spielklassen darunter treffen die Spieler die Entscheidungen selbst. „Das funktioniert in der Regel hervorragend“, weiß Mühlackers Zweiter Vorsitzender Alexander Häcker, der mit seinem Team in der Landesliga ohne Schiedsrichter aktiv ist.

Jeder Verein, der mit Teams am Spielbetrieb teilnimmt, muss ausgebildete Schiedsrichter stellen. Wer dies nicht macht, bezahlt eine Strafgebühr. Für viele Badminton-Spieler sind die Schiedsrichter-Arbeit und die dazu gehörenden Lehrgänge eine lästige Pflichtaufgabe. Auch der BV Mühlacker hatte jahrelang Probleme, Freiwillige für den Job zu finden. 2013 nahm sich Oliver Sperandio der Aufgabe an. „Ein Glücksfall“ wie Häcker meint: „Für Olli ist das mehr als eine lästige Pflichtaufgabe. Das sieht man auch an seinen Leistungen.“ So sieht Sperandio die Arbeit als Chance, um bei hochklassigen Spielen dabei sein zu können.

Bereits kurz nach seinem Start als Schiedsrichter wurde Sperandio für sein Engagement und seine Leistungen belohnt: Als Linienrichter begleitete er Ende 2013 ein Länderspiel zwischen Deutschland und Bulgarien in der voll besetzten Ettlinger Albgauhalle. „Ein riesen Erlebnis“, das Sperandio zusätzlich motivierte. 2015 absolvierte er erfolgreich den Lehrgang zum Schiedsrichter für nationale Wettbewerbe.

Bei der SG Schorndorf, die als einziger Verein in Baden-Württemberg in der 2. Bundesliga spielt, bekommt Sperandio mit seiner Lizenz seit 2015 regelmäßig Einsätze. Zusätzlich war er bislang bei verschiedenen deutschen Ranglisten-Turnieren im süddeutschen Raum als Unparteiischer aktiv. Überschneidungen mit Begegnungen seiner eigenen Mannschaft gibt es selten. Sperandio spielt in der zweiten Mühlacker Mannschaft in der Kreisliga. Priorität hat mittlerweile die Arbeit als Schiedsrichter: „Da ist einfach noch viel mehr möglich.“ So träumt Sperandio auch von Olympia. „Auch wenn das wahrscheinlich noch 30 Jahre dauern wird“, wie er mit einem Lachen sagt.

Einen weiteren Schritt in die richtige Richtung machte Sperandio vergangene Woche bei den Deutschen Meisterschaften der Aktiven in Bielefeld. An vier Wettkampftagen begleitete er zehn Spiele als Schiedsrichter, zwölf als Aufschlagrichter. Als Aufschlagrichter war er unter anderem Teil des Halbfinales im Herreneinzel, in dem sich der neue Rekordmeister durchsetzte: Marc Zwiebler gewann anschließend als erster Spieler zum neunten Mal die deutsche Meisterschaft im Herreneinzel. „Die Präzision und Schnelligkeit ist unfassbar. Wahnsinn, wie er die Bälle vorne ablegt“, so Sperandio begeistert, der das Spiel der Nummer 18 der Weltrangliste konzentriert und fehlerfrei am Netz verfolgte. Ein Handshake und Schulterklopfer vom Rekordmeister gab es dann auch noch. Ein gelungenes Wochenende für Sperandio, der laut Oberschiedsrichter jedoch noch etwas lockerer im Schiedsrichterstuhl werden soll. Kritik, die Sperandio gerne mitnimmt auf seinen weiteren Weg. Und vielleicht klappt es ja tatsächlich irgendwann mit Olympia.

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