Jägerin erlegt 103-Kilo-Keiler

Drückjagd im Plattenwald reguliert den Wildbestand

Von Maren Recken Erstellt: 6. Dezember 2016, 00:00 Uhr
Jägerin erlegt 103-Kilo-Keiler Die Jagd kann beginnen. Foto: Recken

Mühlacker. Zwölf Stück Schwarzwild und 24 Stück Rehwild: Die Teilnehmer der Drückjagd im Mühlacker Plattenwald sind zufrieden mit dem Ergebnis ihres rund siebenstündigen Einsatzes. Bereits kurz vor 8 Uhr hatten sich 20 Treiber und 40 Schützen an der Plattenwaldhütte oberhalb von Dürrmenz getroffen.

Unter Leitung des Forstamts Enzkreis, organisiert von Revierleiter Marco Heinrich, wurde die Drückjagd revierübergreifend mit angrenzenden Privatjagden durchgeführt. „Durch die gemeinsame Bejagung kann ein großes zusammenhängendes Waldstück bejagt werden, das ist ein großer Vorteil“, erklärte Frieder Kurtz, Leiter des Forstamts. Diese Art der Bejagung, die revierabhängig ein- oder zweimal jährlich organisiert werde, bedeute für das Wild einen zeitlich eingegrenzten Stress, während regelmäßiges Ansitzen zu häufigeren Stresssituationen für das Wild führe.

Die Arbeit der Treiber ist hart, und trotz der kalten Temperaturen kommt so mancher beim Gang durch das dichte Unterholz ins Schwitzen. Die Dornen der Brombeerranken krallen sich an Hosenbeinen und Jackenärmeln fest. Häufig müssen sich die Treiber ihren Weg durch das dichte Unterholz erst freikämpfen. Die wendigen Jagdhunde sind da eindeutig im Vorteil. Laute Rufe, die das Wild aufscheuchen sollen, begleiten die Treiber, die in einer Reihe ihre vorgegebenen Strecken ablaufen. Zur Sicherheit tragen alle neonfarbige Schutzwesten.

Von Anfang/Mitte November bis Anfang/Mitte Dezember dauert die Drückjagdsaison. Am Samstag wurde in Mühlacker in zwei Etappen gejagt. Einmal vormittags und einmal nachmittags hieß es für die Treiber, sich zwei Stunden lang durch das Unterholz zu schlagen und das Wild vor die Gewehre der Schützen zu scheuchen. Am Ende jeder Jagd wurde das erlegte Wild noch vor Ort von zwei Metzgern aufgebrochen. Was nicht von den Teilnehmern für den eigenen Sonntagsbraten mit nach Hause genommen wurde, wurde an Wildhändler verkauft.

Während sich Spaziergänger in der Regel an die Sperrungen im Wald halten, hat der Leiter des Forstamts an manche Autofahrer die eindringliche Bitte, die Tempolimits während der Drückjagd zu respektieren. „Bei der Drückjagd sind auch Hunde im Einsatz“, so Kurtz. Erst am Wochenende zuvor habe ein Autofahrer, der zu schnell gewesen sei, einen wertvollen Jagdhund überfahren.

Wie der Forstamtsleiter erklärt, seien die (Drück-)Jagden notwendig, um beispielsweise den Wildschwein-Bestand zu reduzieren. Die Schwarzkittel richteten nicht nur auf landwirtschaftlichen Flächen großen Schaden an, der Bestand müsse auch aus anderen Gründen reguliert werden: „Wir haben immer wieder Sorge, dass sich beispielsweise die Asiatische Schweinepest ausbreitet, die auch auf Hausschweine übergreifen kann.“

Gemäß weidmännischer Tradition wurde als Abschluss der Drückjagd noch die Strecke gelegt. Dabei wurde das erlegte Wild, traditionsgemäß auf der rechten Seite, auf Tannengrün ausgelegt und durch die Jagdhornbläser mit einem „Jagd vorbei“ und einem „Halali“ verblasen. Dabei stellte sich heraus, dass die weiblichen Vertreter des Forstamts ein besonders gutes Händchen am Abzug hatten – und einen 103 Kilo schweren Keiler erlegten.

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