Bellmer tauft erste Enzberger Maschine

Nieferner Unternehmen weiht neues Werk im Mühlacker Stadtteil mit einer internationalen Kundenschar ein

Erstellt: 16. November 2012, 00:00 Uhr
Bellmer tauft erste Enzberger Maschine Gruppenbild mit Damen und der männlichen Geschäftsleitung der Firma Bellmer vor der Taufe der ersten in Enzberg montierten Maschine (v. li.): Erich Kollmar mit Emily, Sabina Hacker-Kollmar, Martin Kollmar, Konstanze Kollmar, Vera Kollmar und Philipp Kollmar. Am Donnerstagabend ist das neue Werk des Nieferner Unternehmens offiziell eingeweiht worden. Foto: Fotomoment

Rund neun Millionen Euro hat die Nieferner Maschinenfabrik Bellmer insgesamt in ihr neues Werk in Enzberg investiert. Am Donnerstagabend wurde die Produktionsstätte im Rahmen der „Paper Days“ offiziell eingeweiht.

Von Thomas Sadler

Mühlacker-Enzberg. Die „Paper Days“ sind ein hochkarätiges internationales Kundensymposium, das an zwei Tagen bis einschließlich heute im Nieferner Ameliussaal stattfindet und an dem nach Angaben der Bellmer-Geschäftsleitung rund 150 Kunden aus zahlreichen Ländern der ganzen Welt, darunter Russland, China, Indien, Frankreich, Spanien, Schweden, Italien, Mexiko und Ecuador, teilnehmen.

Am Donnerstag hatten die Gäste auch gleich Gelegenheit, bei einem Abstecher das neue Werk auf dem ehemaligen Sportgelände in Enzberg zu besichtigen.

Bereits seit ein paar Wochen produziert das 170 Jahre alte Unternehmen an seinem neuen Standort. In dem Gebäude, das drei Hallenschiffe umfasst und rund 5000 Quadratmeter groß ist, befindet sich die Dreherei, und außerdem erfolgt hier die Montage von großen Maschinen für die Herstellung von Papier. Circa 25 Beschäftigte sollen in der neuen Produktionsstätte demnächst arbeiten.

„In den vergangenen zehn Jahren waren wir in Niefern immer wieder an unsere Kapazitätsgrenzen gestoßen“, sagte der geschäftsführende Gesellschafter Martin Kollmar in seinem Rückblick während der Einweihung. Umso dankbarer sei die Firma, dass sie in Enzberg eine geeignete Fläche gefunden habe. In dem neuen Domizil sei eine „moderne Walzenfertigung“ aufgebaut worden. Zum Teil seien hier neu erworbene Maschinen aufgestellt worden, zum Teil seien auch Maschinen aus dem Nieferner Stammhaus hierher umgezogen und modernisiert worden. Ungefähr 1000 Walzen sollen hier künftig jährlich hergestellt werden. Seine räumliche Erweiterung hat sich Bellmer freilich einiges kosten lassen: Circa neun Millionen Euro, einschließlich der Ausgaben für neue Maschinen, seien in das Vorhaben investiert worden, so Martin Kollmar,

Sein Bruder und Mit-Geschäftsführer Philipp Kollmar ließ vor der interessiert lauschenden internationalen Gästeschar die vergangenen Monate, in denen das Werk entstand, Revue passieren. Nach dem am 5. März dieses Jahres vorgenommenen symbolischen ersten Spatenstich machte das eindrucksvolle Millionen-Projekt rasch Fortschritte. Bereits im August stand das Gebäude mehr oder weniger fertig da, und Mitte Oktober 2012, so Philipp Kollmar, sei in Enzberg die Produktion gestartet worden. Neben der Entstehungsgeschichte der Fertigungsstätte ging der Gesellschafter auch auf deren Ausstattung und die technischen Details ein.

Einen ebenso originellen wie feierlichen Abschluss fand die Einweihung des neuen Gebäudes mit der Sekt-Taufe der ersten Maschine, die in Enzberg montiert worden ist. Dabei handelt es sich um einen Tragtrommelroller, einer Maschine zum Aufrollen von Papier. Das nun fertiggestellte Erzeugnis ist etwa zwölf Meter lang und sieben Meter breit. Seine neue Heimat wird das 32 Tonnen schwere Produkt bei einem Abnehmer in Sachsen finden. Die zahlreichen Kunden waren offensichtlich beeindruckt – sowohl von der geräumigen Gesamtanlage als auch von der Vorführung eines virtuellen Rollenwechsels.

Übrigens: Das Veranstaltungsprogramm bei Bellmer geht weiter. Heute wird das Kundensymposium fortgesetzt, und am Samstag, 17. November, findet ein „Familientag“ mit den Mitarbeitern statt, die gleich zwei Gründe zum Feiern haben: zum einen das neue Werk in Enzberg und zum anderen das 170-jährige Bestehen des Unternehmens. Den Grundstein des Betriebes, aus dem sich das heutige Maschinen- und Anlagenunternehmen entwickelt hat, legte Carl Bellmer 1842 mit dem Kauf einer Papiermühle in Niefern.

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