Geplantes Erlenbach Center in Mühlacker erhält Gnadenfrist

Von Lukas Huber Erstellt: 26. Juli 2016, 14:44 Uhr
Geplantes Erlenbach Center in Mühlacker erhält Gnadenfrist Wird das Erlenbach Center gebaut oder nicht? (Foto: privat)

Mühlacker. Nachdem sich die Modeketten New Yorker und H&M gegen den Standort Mühlacker entschieden haben, fehlen geeignete Mieter für das geplante Erlenbach Center am heutigen Mühlehof-Standort. Am Dienstagabend hat der Gemeinderat zugestimmt, die Frist für die Suche nach geeigneten Mietern bis 31. Dezember zu verlängern.

Wir haben live und aktuell aus dem Ratssaal getickert. Ausführliche Berichterstattung lesen Sie in unserer Mittwochsausgabe.

19.49 Uhr: Die Würfel sind gefallen: 19 Stimmen entfallen für die Fristverlängerung, 10 dagegen, 3 Enthaltungen . Das heißt, die Investoren können bis 31. Dezember auf die Suche nach Mietern für das Erlenbac Center gehen.

19.48 Uhr: Abstimmung: Fristverlängerung,  ja oder nein, läuft.

19.43 Uhr: Der Antrag der Freien Wähler und der SPD des Ausstiegs wird mit 19 zu 13 Stimmen abgelehnt.

19.41 Uhr: Die Abstimmung läuft.

19.39 Uhr: SPD und Freie Wähler, die den sofortigen Ausstieg fordern, schlagen vor, dass die Stadt in Eigenregie prüft, welche Alternativen – Abriss und Neubau oder Sanierung des Mühlehofs – es gibt.

19.35 Uhr: Das Gremium schreitet langsam zur Abstimmung. Schneider erklärt die Modalitäten. Es wird noch über die einzelnen Punkte gesprochen.

19.31 Uhr:  OB: Zuerst müsse eine Bürgerbefragung zum Thema Kultur ausgewertet werden. Es sei noch nicht diskutiert worden, wo Kultur stattfinden könne in Zukunft. Dies müsse erst noch erfolgen. Und zwar ,,mit oder ohne Ausstieg“ aus dem Erlenbach Center.

19.28 Uhr: Stichwort Kultur: ,,Wo finden künftig große Veranstaltungen wie Neujahrsempfänge statt?“, stellt Rolf Leo in den Raum. Mühlacker gebe sich als Kulturstandort auf.

19.20 Uhr: Die Fraktionen haben ihre Standpunkte klargemacht: CDU, LMU und FDP wollen später für die Fristverlängerung stimmen. Damit dürften sie in der Überzahl sein. SPD und Freie Wähler sind dagegen.

19.14 Uhr: Dr. Jens Hanf (FDP): ,,Wir sind bereit, dem Investor noch bis Ende Dezember Zeit zu geben.“

19.10 Uhr: Dr. Ulrike Fuchs (LMU): ,,Unsere Fraktion sieht keine Möglichkeit, den Mühlehof für 30 Millionen Euro zu sanieren.“ Das Gebäude lasse sich schlichtweg nicht vermarkten. ,,Wir sind bereit, noch einmal einen großen Schritt auf die Investoren Gruppe zuzugehen.“

19.03 Uhr: Leo: Handel sei nicht die beste Möglichkeit der langfristigen Belebung der Innenstadt. Daher sehe er die bessere Lösung etwa in Kultur, Museen, Behörden oder Gastronomie. ,,Ich glaube heute weniger den je an Erlenbach Center.“ Werde es verwirklicht, rechnet der Stadtrat mit dem Scheitern. Rat an OB: ,,Nicht auf Handel, sondern auf Kultur setzen.“ Applaus aus dem Saal.

19 Uhr: Rolf Leo (Freie Wähler) spricht von einer ,,Geschichte des Scheiterns“ der Mühlehof-Investoren in den letzten 15 Jahren. Er sei ,,erschüttert“ über Verhalten der Krause und Ten Bringe Gruppe. ,,Was soll denn jetzt noch in das Erlenbach Center kommen?“ Eine erneute Fehlentwicklung müsse abgewehrt werden, und zwar heute. Als vernünftige Lösung sieht er im Namen der Freien Wähler die Mühlehof-Sanierung. Applaus von den Besucherrängen.

18.53 Uhr: Thomas Knapp (SPD) zum Nichterscheinen der Investoren: ,,Da müssen Sie als Stadt sagen, wir steigen aus.“ Applaus von Bürgerseite.

18.48 Uhr: Günter Bächle (CDU): Fraktion stimmt einstimmig der Fristverlängerung zu

18.45 Uhr: ,,Es gibt nur eine einmalige Fristverlängerung“, so der OB.

18.43 Uhr: Der Investor ist laut Ob nicht im Ratssaal, werde aber nicht zurücktreten – Räte raunen.

18.39 Uhr: OB Schneider führt ein: Die Stadt habe nicht gedacht ,,in dieser Konstellation“ nochmal zusammenzukommen.

18.36 Uhr: Die Sitzung ist eröffnet –  6 Minuten später als geplant.

18.25 Uhr: Der Ratssaal füllt sich allmählich. Das Bürger interessehalber ist groß. In fünf Minuten beginnt die Sitzung.

20160726_162415

17.49 Uhr: Seit der Gemeinderat mehrheitlich den Abbruch beschlossen hat, machen Ulrich Bandle, Rainer Wenz und Jörg Sattler gegen das Erlenbach Center mobil und fühlen sich durch die Absage der Ankermieter H & M und New Yorker bestätigt. Wir haben mit ihnen kürzlich gesprochen. Lesen Sie das Interview.

 Ulrich Bandle, Jörg Sattler und Rainer Wenz (v. li.) wollen statt eines neuen Einkaufszentrums die Kultur am Kelterplatz erhalten. (Foto: Eier)

Ulrich Bandle, Jörg Sattler und Rainer Wenz (v. li.) wollen statt eines neuen Einkaufszentrums die Kultur am Kelterplatz erhalten. (Foto: Eier)

17.43 Uhr: Der OB rechnet damit, dass zahlreiche Bürger in den Ratssaal kommen werden, um die Sitzung am Abend zu verfolgen. Deshalb werde auch im Foyer bestuhlt. ,,Aber nicht nur das, wir haben nun auch die Machbarkeitsstudien, Expertisen und brandschutztechnischen Stellungnahmen zum Mühlehof im Internet veröffentlich, damit sich Interessierte aus erster Hand und im Detail informieren können.“

17.40 Uhr: ,,Es herrschte in der Stadt schon eine gewisse Vorfreude auf die Textilunternehmen H&M und New Yorker“, sagt Oberbürgermeister Frank Schneider im Vorfeld der Sitzung in einem Interview. Umso größer sei auch die Enttäuschung, dass sie momentan kein Interesse am Standort Mühlehof hätten.

17.23 Uhr: Sollten die Räte heute Abend gegen eine Fristverlängerung für die Mietersuche stimmen, wäre das Projekt Erlenbach Center wohl gestorben. Einen Plan B für diesen Fall gibt es allerdings noch nicht. Im Gespräch sind zwar der Bau einer neuen Kulturhalle oder die Sanierung des Mühlehofs. Beschlossen ist in dieser Richtung aber noch nichts.

So hätte das Erlenbach Center aussehen können. Doch H&M und New Yorker sind mittlerweile nicht mehr im Boot. (Foto: privat)

So hätte das Erlenbach Center aussehen können. Doch H&M und New Yorker sind mittlerweile nicht mehr im Boot. (Foto: privat)

17 Uhr: Eine weitere Folge im Fall einer Fristverlängerung ergäbe sich für den Abriss des Mühlehofs, dessen Beginn im kommenden Herbst vorgesehen ist: Der Termin dürfte dann ins Jahr 2017 rücken.

Soll im Herbst abgerissen werden: der Mühlehof (Foto: Huber)

Soll im Herbst abgerissen werden: der Mühlehof (Foto: Huber)

16.38 Uhr: Wie die Abstimmung heute Abend ausgeht, ist im Moment noch nicht abzusehen. Allerdings ist wahrscheinlich, dass mit CDU, FDP und LMU eine Mehrheit für die Verlängerung der Frist zustande kommt. Dann muss der Rat Anfang 2016 – sollten bis dahin neue Mieter gefunden sein – erneut darüber abstimmen, ob das Erlenbach Center zustande kommt.

16.01 Uhr: ,,Strikt“ gegen das Konzept Erlenbach Center waren in der damaligen Abstimmung die Freien Wähler. Und laut einer Pressemitteilung halten sie an ihrer Meinung fest. Sie seien überzeugt davon, dass eine Sanierung des Mühlehofs und damit auch der Erhalt des Gebäudes machbar wären. Ähnlich sieht das laut einer Mitteilung auch die SPD. Die Fraktion fordert einen „umgehenden Richtungswechsel“ und den Erhalt des Mühlehofs als Kulturstandort.

15.44 Uhr: In einer Ratssitzung Ende März stimmte der Rat für den Verkauf des Mühlehofs – mit einer Verpflichtung, das bestehende Gebäude abzubrechen und das Erlenbach Center zu bauen. Damals kamen viele Bürger in den Ratssaal, um die Sitzung zu verfolgen. Sehen Sie sich dazu ein Video an.

15.31 Uhr: Ebenfalls für das Erlenbach Center haben sich zuletzt (in der Sitzung vom 22. März) die FDP und die Liste Mensch und Umwelt (LMU) ausgesprochen. Wie die beiden Fraktionen heute Abend abstimmen werden, wird sich zeigen

14.50 Uhr: Die CDU hat sich im Vorfeld der Abstimmung, trotz des Ausstiegs der beiden Modeketten New Yorker und H&M, für das geplante Einkaufszentrum ausgesprochen. In einer Pressemitteilung koppelt die Fraktion die Zustimmung zur Fristverlängerung aber an Bedingungen. Beispielsweise werde einer weiteren Verlängerung nicht zugestimmt. Außerdem fordert die CDU ein Rücktrittsrecht der Stadt, sollten die Mieter nicht den Vorstellungen entsprechen.

 

Lukas Huber

Redakteur/Online E-Mail: redaktion@muehlacker-tagblatt.de Telefon: (07041) 805-27

lukas.huber@muehlacker-tagblatt.de

Weiterlesen
Bürgerbeteiligung statt Stuttgart 21

Bürgerbeteiligung statt Stuttgart 21

Illingen. Nur ein Jahr nach dem Abschluss des Flurneuordnungsverfahrens in Schützingen strebt die Gemeinde Illingen eine Neuordnung der Grundstücke auf ihrer Gemarkung an. Dabei will sie von Anfang an die… »