Fraktionen tagen in Großglattbach

Höhenstadtteil soll nicht vergessen werden – Halbzeit bei den Zukunftswerkstätten

Von Thomas Sadler Erstellt: 21. März 2017, 00:01 Uhr
Fraktionen tagen in Großglattbach Idee zu einer „Gartenschau light“: Nach dem Wunsch von Lomersheimer Bürgern soll in ihrem Stadtteil die Enz mit ihrem Ufer zu einer Art Enzgärten aufgewertet werden. Foto: Sadler

Mühlacker. Vier von sieben Zukunftswerkstätten in Mühlacker und seinen Stadtteilen haben bislang stattgefunden. Zeit für eine Zwischenbilanz mit einem Rückblick auf Themen, die in den bisherigen Veranstaltungen ganz oben standen.

Und da gibt es durchaus Wünsche, die nicht nur die Einwohner eines einzigen Stadtteils haben. Zu diesen thematischen Schwerpunkten, die immer wieder zur Sprache kamen, gehört laut Anette Popp, Projektleiterin von „Mühlackers Zukunft gemeinsam gestalten“, etwa die verschiedene Aspekte umfassende Mobilität mit einer besseren Busanbindung an benachbarte Ortschaften oder einem leichteren Erreichen anderer Teile des eigenen Stadtteils – Punkte, die in mehreren Veranstaltungen vorgetragen wurden.

Ganz oben auf den Listen der Anliegen stehen die Schaffung von Begegnungsstätten von einer Art Mehrgenerationenhaus bis hin zu einem Jugendtreff und die Nutzung der jeweiligen Kelter – Begehren, wie sie sowohl in Enzberg als auch in Lienzingen geäußert wurden. Weitere Schwerpunktthemen, listet Anette Popp auf, seien der Erhalt der lokalen Infrastruktur samt der Nahversorgung durch Läden, die Kooperation und Vernetzung mit Nachbargemeinden, die Infrastruktur einschließlich einer Breitbandversorgung für schnelles Internet und die Berücksichtigung aller Altersgruppen.

Wo noch andere Zukunftswerkstätten stattfinden, lesen Sie in einem weiteren Artikel.

Freilich wurden bei den bisherigen Zukunftswerkstätten, an denen sich insgesamt rund 130 Einwohner beteiligten, auch für den jeweiligen Stadtteil spezifische Anregungen und Kritik angesprochen. So bemängelten die Großglattbacher, dass sie seit den jüngsten Kommunalwahlen nicht mehr mit einem eigenen Gremiumsmitglied im Gemeinderat vertreten sind. Und in Lomersheim machten sich engagierte Bürger stark für eine eigene Version von „Enzgärten“ nach dem Vorbild der Kernstadt. Ziel: Die Enz und ihr Ufer sollen zu einem Erlebnis- und Aufenthaltsort aufgewertet werden. In einer Hinsicht ähnelten sich die Wünsche in Großglattbach und Lomersheim: Während im Höhenstadtteil die Einführung einer Ortschaftsverfassung samt Ortschaftsrat sowie Bürgersprechstunden von Stadträten oder dem Oberbürgermeister gefordert wurden, konnten sich manche Lomersheimer eine Institution wie einen Ortsvorsteher als Nahtstelle zur Stadtverwaltung vorstellen.

Zu sagen, welche Anliegen in die Tat umgesetzt werden können, sei noch nicht möglich, so Oberbürgermeister Frank Schneider am Montag. Er wolle nicht dem World Café vorgreifen, bei dem Bürger Prioritäten setzen. Außerdem bedürfen manche Themen einer verwaltungsinternen Klärung und einer Behandlung im Gemeinderat. Für Großglattbach hat der Rathauschef indes schon jetzt eine gute Nachricht in Bezug auf konkrete Maßnahmen: Zusätzlich zu den bereits üblichen OB-Sprechstunden sollen künftig die Fraktionen des Gemeinderats abwechselnd in dem Stadtteil Sitzungen abhalten und mit Einwohnern ins Gespräch kommen.

Thomas Sadler

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