„Hilfe von außen annehmen“

Von fragen Maik Disselhoff Erstellt: 11. Februar 2017, 00:00 Uhr

Judith Hahn

In dieser Woche haben Schüler im Umgang mit Babyrobotern ausprobiert, wie sich der Alltag mit einem Säugling anfühlt (siehe Bericht auf dieser Seite). Die Maulbronner Hebamme erläutert, worauf es in den ersten Monaten bei einem Kind aus Fleisch und Blut ankommt.

Was sind Kardinalfehler, die man im Umgang mit Neugeborenen und Säuglingen nicht machen sollte?

Meiner Meinung nach gibt es keine Kardinalfehler im Umgang mit einem Säugling, solange man ihm Liebe, Zuneigung und Zärtlichkeit schenkt.

Was ist Ihr Eindruck: Nimmt die Verunsicherung von Eltern zu, die zum ersten Mal Nachwuchs bekommen, oder erleben Sie unter dem Strich doch einen souveränen Umgang mit Neugeborenen?

Natürlich gibt es viele Frauen, die sich auf die neue Situation sehr gut einstellen und alles prima meistern, trotzdem beobachte ich mehr und mehr, dass sich Frauen immer weniger auf ihr Bauchgefühl und ihren Instinkt verlassen. Stattdessen informieren sie sich im Internet oder Büchern und vergessen dabei, dass sie und ihre Kinder Menschen sind und keine programmierbaren Maschinen. Für Babys gibt es leider keine Bedienungsanleitung.

Was können ganz wesentliche Hilfen im Alltag für junge Eltern sein?

Im Alltag ist es in erster Linie wichtig, auch Hilfe von außen anzunehmen. Zum Beispiel sich im Haushalt helfen zu lassen, damit mehr Zeit für das Baby und zum Ausruhen bleibt. Und man sollte seinen eigenen Weg mit dem Baby finden. Man wird viele, nicht immer sinnvolle Ratschläge bekommen und sollte sich davon nicht verunsichern lassen.

Zu welchem Zeitpunkt der Schwangerschaft muss man sich um eine Hebamme bemühen. Hat das Zeit bis nach der Geburt? Zahlt die Kasse die Begleitung?

Leider gibt es hier im Umkreis immer weniger Kolleginnen, die freiberuflich arbeiten, was nicht zuletzt an der Arbeits- und Kostensituation, über die ja schon mehrfach berichtet wurde, liegt. Deshalb sollten sich die Frauen sobald wie möglich, am besten bereits vor der zwölften Schwangerschaftswoche, bei einer Hebamme anmelden.

Weiterlesen
„Wunsch nach Austausch“

„Wunsch nach Austausch“

Renate PoignéeAuch jüngere Menschen können von Demenz betroffen sein. Eine neue Selbsthilfegruppe wendet sich an 45- bis 65-Jährige, die an kognitiven Beeinträchtigungen leiden. Die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe und… »