Seen der Mönche sind gefährdet

Erstellt: 2. Januar 2017, 00:00 Uhr

Zum Artikel „Mönche waren kluge Wassermeister“ vom 30. Dezember:

Bereits im März 2015 wurde zur Vorbereitung der Sanierungsmaßnahmen am Hauptwassergraben eine vitale, etwa 150 bis 200 Jahre alte Eiche direkt am Hauptwassergraben am Hohenacker See gefällt. Im September 2015 wurde dann mitten im Wald betoniert und gepflastert. Der Hauptwassergraben wurde allerdings an zwei Stellen blockiert, weil an anderer Stelle ein Bauwerk quer über einen Waldweg gebaut wurde. So wurden der Hohenacker See und der Roßweiher zeitweilig komplett von der Wasserzufuhr abgeriegelt. Speziell die Betonierung und Pflasterung mitten im Wald ergibt auch heute noch keinen Sinn, es sei denn, mit der Maßnahme war nicht vorrangig die Sanierung des Grabensystems beabsichtigt, sondern die Querung des Grabens und damit die Erschließung des Waldes für schwere Forstmaschinen. Wäre die Baumaßnahme fachkundig geleitet und beaufsichtigt worden, so hätte man anschließende Folgekosten durch Korrektur der Bauten sparen können.

Erst nach Beschwerde durch die Stadt Maulbronn wurden die Bauwerke wieder entfernt und einige Wochen später mit tiefergelegtem Niveau ausgeführt. Allerdings zeigte sich nach kurzer Zeit, dass eine der beiden Furten auf einem Forst- und Wanderweg eine Querung für Fußgänger bei „aqua alta“ nicht mehr erlaubte, da sich das Wasser mitten auf dem Weg staut. Inzwischen sind für Wanderer Trittsteine angebracht worden, damit diese auch nach Regenfällen diese Stelle passieren können. Allerdings behindern die Trittsteine den freien Durchfluss nunmehr wieder,

Die heutige Situation des Roßweiher und des Hohenacker See ist mit der historischen nicht vergleichbar. Insofern ist die Annahme, was damals gut war, sei heute ebenso richtig, nicht zutreffend, zumal das Ablassen von Wasser eben nur ein Teil der Bewirtschaftung, nämlich die Voraussetzung für die daran anschließende Nutzung war, das heißt: Nutzung der Teichfläche als Acker oder Abtransport des Schlammes als Dünger. Die Winterung, also das Ablassen des Tiefen Sees über die Winterzeit, mag die Wasserqualität dort zeitweilig verbessern. Die gleiche Maßnahme im Sommer am Roßweiher und am Hohenacker See ist meiner Meinung nach jedoch völlig anders zu sehen.

Das Ablassen des Wassers im Hohenacker See (Sömmerung) und die damit verbundene Freisetzung von Nährstoffen im Jahr 2010 hat dem Wasserknöterich paradiesische Zustände beschert und die Ausbreitung dieser Pflanze begünstigt. Inzwischen hat sie sich fast über den gesamten Teichgrund verbreitet und besiedelt nun auch verstärkt den vorderen, ehemals tiefsten Bereich des Teiches nahe am Teichdamm. Die üppigen Blattmassen wurden vom ansteigenden Wasserspiegel erstickt und starben danach auch saisonal bedingt ab. Diese Blattmassen belasten nun den Teichboden, müssen sie doch ohne Sauerstoff unter Wasser langsam verrotten. Dies hat die ohnehin schon laufende Verlandung des Sees unnötig und deutlich beschleunigt. Wird die Ausbreitung und das Wachstum des Wasserknöterichs weiterhin regelmäßig durch Sömmerung gefördert, wird sich die Verlandung des Hohenacker Sees rasant fortsetzen.

Martin Stankewitz, Maulbronn

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