Wilde Mountainbikefahrten bereiten Sorgen

Erstellt: 10. Oktober 2012, 23:30 Uhr
Wilde Mountainbikefahrten bereiten Sorgen Eigentlich nur ein Trampelpfad im Gewann Kuckuck, jetzt hat sich hier eine Erosionsrinne gebildet, weil Biker abbremsen müssen, ehe sie die Fahrt um die Kurve herum fortsetzen können.

Knittlingen. Unter der Führung von Frieder Kurtz, dem Leitenden Forstdirektor im Landratsamt, und Forstrevierleiter Ulrich Klotz schnürten der Knittlinger Bürgermeister Heinz-Peter Hopp, Mitglieder der Stadtverwaltung und des Gemeinderates, Waldbesitzer, Pächter, Jäger und als interessierte Bürgerin Marie-Louise Jaggy die Wanderstiefel und marschierten zwecks Bestandsaufnahme durch den gemeindeeigenen und den Staatswald. Das Ergebnis: Sowohl die Vertreter der grünen Zunft als auch Verwaltung und Räte sind mit dem Zustand von Knittlingens „Grüner Lunge“ zufrieden.

Die Forstleute stellten in verschiedenen Gewannen die Zusammensetzung der unterschiedlichen Baumsorten vor, erläuterten die Wichtigkeit der Bodenbeschaffung in Verbindung mit Neuaufforstungen, wobei auch die mutmaßliche Entwicklung des Klimas eine große Rolle spielt. „Bei aller Bewirtschaftung müssen die Belange des Naturschutzes integriert werden, Habitatbäume für Höhlenbrüter bleiben stehen, weitere FFH-Gebiete sind zu entwickeln“, wurde nach vorne geblickt.

Sorgen machen allen Beteiligten wilde Mountainbikefahrer, die sich auf Steilstrecken kleine Schanzen bauen und nachweislich Schaden anrichten. Bremsspuren hinterlassen zunehmend Erosionsrinnen, wie Klotz beispielhaft im Gewann Kuckuck zeigte. „Per Gesetz ist Radfahren im Wald auf Wegen schmaler als zwei Meter verboten“, sagte er. Die Runde war sich einig, dass die Radler aus Unwissenheit handeln, nicht aus Mutwillen. Das Recht, Strafen anzudrohen, habe aber nur der Förster. Der Jagdpächter, dem vielleicht das Wild vergrault wurde, darf nur ermahnen, wenn er in seinem Jagdgebiet rücksichtslose Radler antreffen sollte. Doch alle Beteiligten hoffen, dass trotz unterschiedlicher Interessen die Parteien zukünftig gut miteinander auskommen.

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