Mühlacker Konzept erntet Lob

Erstellt: 10. Oktober 2012, 23:30 Uhr
Mühlacker Konzept erntet Lob Gesund und gut gelaunt bei der Gesundheitskonferenz (v.li.): Hans-Michael Augenstein (Koordination und Planung Alten-/Behindertenhilfe der Stadt Pforzheim), Iris Augenstein (Geschäftsführerin Netzwerk Looping), Enzkreis-Landrat Karl Röckinger, Andrea Katz (Geschäftsführerin Marktforschungsinstitut Katz) und Sozialdezernent Wolfgang Hübner. Foto: Roth

Enzkreis/Pforzheim. Es ist eigentlich alles da, man muss es nur nutzen. Oder eine Ahnung haben, wo es zu finden ist. Denn 70 Prozent der Befragten wissen nicht einmal, dass es eine Beratungsstelle für Hilfe im Alter gibt. (Die trotzdem gut ausgelastet ist.) Das und die Tatsache, dass Betroffene berichten, bei einem Problem stundenlang im Internet suchen zu müssen, ohne auf einen grünen Zweig zu kommen, sind um die Mittagszeit erste Erkenntnisse aus der ganztägigen zweiten (kommunalen) Gesundheitskonferenz im Landratsamt, bei der sowohl die Verwaltung des Enzkreises als auch der Stadt Pforzheim am Tisch sind. Das Netzwerk Looping ist mit der Geschäftsführerin Iris Augenstein stark involviert, aber auch Andrea Katz, Geschäftsführerin des Marktforschungsinstituts Katz. Letztere hat am Vormittag zwei Stunden lang zum Thema der Konferenz „Gesund altern – Perspektiven für Pforzheim und Enzkreis“ referiert.

Es wird gehört und zwar nicht nur von den direkt damit Beschäftigten, auch Vertreter der Politik sind unter den 100 Teilnehmern, wie Karl Röckinger feststellt. Man folge nicht vorgegebenen Pfaden, sondern pflege, so der Landrat, den „Rundumblick“. Gefragt ist bei dieser Kommunikations- und Koordinationsplattform die Meinung aller. Einerseits aus der Sicht der Helfenden und andererseits aus der Sicht der Hilfesuchenden, die oft erst bei akutem Bedarf aktiv werden und ansonsten das Thema verdrängen, so Röckinger. Um etwas unternehmen zu können, ist zunächst wichtig, dass Fakten auf den Tisch kommen – und die gab es gestern reichlich. Wohlgemerkt heißt altern nicht gleich krank werden, so muss man das Thema Gesundheit nach Ansicht des Landrats auch nicht unbedingt mit „Heilung von Krankheit“ gleichsetzen. Alle wollten alt werden und dabei jung bleiben, so sei es heute erstrebenswert, in jedem Alter eine Lebensqualität empfinden zu können, sehr viel werde auch auf lokaler Ebene in Sachen Fitness für Personen „Ü 50“ getan.

Und genau diese Fäden ließ man gestern zusammenlaufen, unter anderem im World Café, das laut Iris Augenstein in Form von mit Papier beschlagenen Thementischen zum Beschriften, zum Verbalbeitrag nachmittags einlud. „Brainstorming“ unter dem Aspekt „Was ist mir wichtig? Was kann ich beitragen?“ war angesagt. Ähnlich dem Masterplan können erste Erkenntnisse wie eine unübersichtliche Homepage etwa sofort umgesetzt werden. Intention ist es, so Hübner, „Schnittstellen sichtbar zu machen und zu verbinden, Synergien aufzuzeigen“. Unter Umständen kann es auch heißen, die Hausärzte zu sensibilisieren, ihnen etwa die bereits vorliegenden Broschüren ans Herz zu legen.

Wie so oft ist man auch dieses Mal Vorreiter in Sachen Gesundheitskonferenzen, die nun landesweit – natürlich auch angesichts des demografischen Wandels – wie Pilze aus dem Boden schießen. Doch wie Sozialdezernent Wolfgang Hübner betont, seien die Verwaltungen nicht in der Lage, das große Aufgabengebiet allein abzudecken. Deshalb wurden im Lauf des gestrigen Tages auch Helfer für „Netzwerkarbeiten“ gesucht und gefunden.

Übrigens wurde Mühlacker lobend erwähnt: Hier scheine das Konzept aufzugehen. Das Fazit aus der Mühlacker Situation hieß denn auch, dass Beratungsstellen und Pflegestützpunkte am ehesten bekannt seien, wenn sie sich zusammenschließen und eine konzentrierte Aktion zum Thema Alter bilden.

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